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Mit TÜV SÜD die richtige Elektrozahnbürste finden

Ist eine Elektrozahnbürste für eine gute Mundhygiene zwingend erforderlich? Jein. Grundsätzlich können Zähne und Zahnfleisch auch mit einer normalen Zahnbürste perfekt gepflegt werden. Zahnärzte stellen jedoch immer wieder fest, dass es den meisten Menschen mit elektrischer Unterstützung leichter fällt, gute Ergebnisse zu erzielen, und raten daher zunehmend zu Elektrobürsten. Worauf Verbraucher achten sollten und wie die Produkte auf dem deutschen Markt getestet werden, erklärt TÜV SÜD-Produktexpertin Andrea Mertl.

Im Prüflabor von TÜV SÜD testet ein eigens entwickelter Zahnputzroboter elektrische Zahnbürsten auf ihre Funktionen. Dabei sind sechs Zahnbürsten in einer Reihe eingespannt und putzen ein Testgebiss mit jeweils exakt denselben Voraussetzungen.

Die Zahlen sprechen für sich: Drei Viertel aller Zahnärzte in Deutschland sind überzeugt, dass korrektes Putzen mit einer Elektrozahnbürste leichter fällt; jeder dritte glaubt sogar, am Gebiss der Patienten erkennen zu können, ob sie eine Elektrobürste verwenden oder nicht. Heute benutzen bereits rund 40 Prozent aller Menschen ab 14 Jahren hierzulande eine Elektrozahnbürste. Da diese Putzweise auch für immer mehr Kindergartenkinder längst selbstverständlich ist, wird der Marktanteil in den nächsten Jahren noch deutlich wachsen. Zudem steigen viele Elektro-Fans der ersten Stunde auf neue Modelle um. Hier locken nicht nur Produktverbesserungen hinsichtlich Programmwahl oder Akku-Ladekapazitäten – wer noch ein Retromodell mit Stromkabel oder Batteriebetrieb im Einsatz hat, sollte aus Sicherheits- bzw. Umweltaspekten wechseln. Auch neue Features wie eine Smartphone-App, die Putzdauer und -qualität dokumentiert oder über eine Anbindung an die Kamera erkennt, welche Bereiche vernachlässigt werden, regen zum Neukauf an.

Andrea Mertl ist bei TÜV SÜD für die Tests von Elektrozahnbürsten zuständig: „Viele Hersteller werben damit, dass ihre Produkte gute Putzleistungen bringen. Mit unseren Untersuchungen prüfen wir dies anhand unterschiedlicher Gesichtspunkte und stellen dabei sicher, dass die Elektrozahnbürsten auch schonend reinigen, anwenderfreundlich zu verwenden sind und den Vorgaben hinsichtlich Sicherheit und Umweltschutz entsprechen.“

Der TÜV SÜD-Zahnputzroboter

Für diese Überprüfungen ist ein umfangreiches Testszenario festgelegt. Bereits seit 2017 ist ein eigens entwickelter Putzroboter im Einsatz, der die Putzleistung auf schwarz eingefärbten künstlichen Gebissen simuliert. Eine weiße Paste stellt Beläge und Verunreinigungen dar, die von den getesteten Modellen entfernt werden sollen. Wie gut das gelingt, analysiert eine Software, die bei ihrer Auswertung für die Kriterien Zahnzwischenräume, Zahnhälse, Glattflächen und Gesamtfläche Noten vergibt. Nach diesen automatisierten Tests und selbstverständlich einem gründlichen Sicherheitscheck, in dem zum Beispiel auch Kabel und Ladestation genauer unter die Lupe genommen werden, kommen menschliche Probanden aller Altersklassen ins Spiel. Sie testen mehrere Produkte verschiedener Hersteller mit unterschiedlichen Produktmerkmalen und aus jeweils anderen Preisklassen. Erst nach diesem aufwändigen Verfahren vergibt TÜV SÜD sein Prüfsiegel.

Rotationsmodell oder Schallzahnbürste

Grundsätzlich basieren Elektrobürsten auf zwei verschiedenen Technologien. Im Handel sind nach wie vor Rotationsmodelle und Schallzahnbürsten, die sich innerhalb dieser Gruppen natürlich auch noch hinsichtlich der Funktionalität unterscheiden. Mit beiden Varianten können sehr gute Ergebnisse erzielt werden: Rotationsbürsten haben einen kleinen, rotierenden runden Bürstenkopf, mit dem jeder Zahn einzeln bearbeitet wird. Die Bürsten putzen mit einer abwechselnden Links-Rechts-Bewegung – einer Halbkreis-Rotation des Bürstenkopfes.

Schallzahnbürsten haben in der Regel größere, ovale Bürstenköpfe und säubern eine größere Fläche auf einmal. Die Bürsten reinigen dennoch nicht mit Schall, sondern durch Vibrationen, die mit einer sehr hohen Frequenz erfolgen. Inzwischen erzeugen die integrierten Schallwandler Schallwellen zwischen 250 und 300 Hertz, die den Bürstenkopf antreiben. Dadurch entsteht ein Summton, der dieser Zahnbürstenart ursprünglich ihren Namen gab. Da bei diesem System weniger Druck erforderlich ist, eine schonende Reinigung noch leichter fällt und zudem Zahnzwischenräume besser erreicht werden, geben immer mehr Benutzer Schallbürsten den Vorzug.

Sonderform der Schallbürste: Ultraschallzahnbürsten

Noch relativ neu auf dem Markt sind Ultraschallzahnbürsten, die unter Verwendung einer Spezialzahncreme und mit bis zu 96 Millionen Schwingungen pro Minute kleine Mikrobläschen bis in die tiefsten Zahnritzen schicken, um Plaque und Bakterien zu lösen. Die erzielten Ergebnisse sind zwar hervorragend, aber die optimale Reinigung dauert deutlich länger als bei anderen Systemen. Diese Technik ist im Moment zudem noch ausschließlich im oberen Preissegment vertreten und wird vor allem Menschen mit Zahnfleischproblemen, Spangen oder Brücken empfohlen.

Andrea Mertl fasst zusammen: „Ob eine Zahnbürste mit Smartphone-Anbindung wirklich erforderlich ist, muss jeder Käufer selbst entscheiden. Unsere Erfahrung zeigt aber, dass Elektrozahnbürsten in der Regel eine gute Mundhygiene deutlich erleichtern. Wir raten auf jeden Fall dazu, auf geprüfte Sicherheit zu setzen und beim Kauf auf die entsprechende Kennzeichnung zu achten.“

Weitere Informationen unter https://www.tuvsud.com/de-de/wissenswert/insicht/zahnbuerstenpruefstand.

hfs/re/ots/dpa/tt

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