Die Angst vor einem sozialen Abstieg ist in Deutschland weit verbreitet. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage, die der Sozialverband Deutschland (SoVD) beim Meinungsforschungsinstitut Civey in Auftrag gegeben hat. Fast 40 Prozent der Befragten blickt mit Sorge auf das Jahr 2026 und befürchtet finanzielle Einbußen sowie Einschränkungen bei sozialer Teilhabe. Die Ergebnisse zeigen, dass soziale Abstiegsängste viele Bevölkerungsgruppen betreffen.
Einzelne Gruppen stechen dabei besonders hervor. So geben bei den unter 40-Jährigen rund die Hälfte an, große Sorgen vor einem sozialen Abstieg zu haben, während es bei den über 65-Jährigen knapp 29 Prozent sind. Auch Frauen äußern mit rund 43 Prozent deutlich häufiger große Sorgen als Männer mit rund 35 Prozent. In Haushalten mit Kindern liegt der Anteil der Besorgten bei rund 47 Prozent, gegenüber rund 36 Prozent in Haushalten ohne Kinder. Besonders hoch ist die Sorge bei Arbeiterinnen und Arbeitern: Rund 56 Prozent von ihnen geben an, große Sorgen vor einem sozialen Abstieg zu haben. Zudem zeigen sich regionale Unterschiede: In Ostdeutschland liegt der Anteil der stark Besorgten bei rund 42 Prozent, im Westen bei rund 38 Prozent.
„Die Umfrage unterstreicht die Eindrücke, die uns täglich von unseren Mitgliedern in den SoVD-Sozialberatungsstellen deutschlandweit geschildert werden, und verdeutlicht das Ausmaß sozialer Verunsicherung in unserem Land“, betont Michaela Engelmeier, Vorstandsvorsitzende des SoVD. „Es ist alarmierend, dass insbesondere junge Menschen, Ostdeutsche, Frauen, Arbeiterinnen und Arbeiter, die unser Land tagtäglich am Laufen halten, sowie Haushalte mit Kindern, von denen die Zukunft Deutschlands abhängt, überdurchschnittlich häufig Abstiegsängste äußern. Die Politik muss darauf mit konkreten Maßnahmen reagieren. Dazu gehören ein höherer Mindestlohn, mehr und gezieltere Investitionen in Bildung sowie verlässliche Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ebenso braucht es eine konsequente Förderung von Frauen und endlich gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit.“
Civey hat für den Sozialverband Deutschland vom 29.01. bis 31.01.2026 online 5.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 16 Jahren befragt. Die Ergebnisse auf Ebene der Bundesländer sind repräsentativ auf Basis einer modellbasierten, statistischen Methode für kleine Datenräume. Der statistische Fehler auf Ebene der Bundesländer liegt bei 6,2 Prozentpunkten. Weitere Informationen zur Methodik finden Sie hier.
hfs/re/ots/dpa/tt

