Zurück ins (Arbeits-)Leben: BG RCI vergibt erstmalig Reha-Preis für vorbildliche Wiedereingliederung

Die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) vergibt in diesem Jahr zum ersten Mal den Reha-Preis für vorbildliche Wiedereingliederung ins Arbeitsleben.

Der 1. Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird jährlich verliehen. Er soll Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber auszeichnen, die sich in besonderer Weise für die berufliche Wiedereingliederung von verletzten oder erkrankten Versicherten einsetzen.

Der mit 5.000 Euro dotierte 1. Preis ging in diesem Jahr an das Familienunternehmen F. W. Feldges, einen Polstermöbelbetrieb aus dem niederrheinischen Viersen. Dr. Ulf Kürschner, Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Reha- und Berufskrankheitenausschusses der BG RCI, gratulierte dem Unternehmerehepaar Maria und Friedhelm Feldges für ihr vorbildliches Engagement bei der Wiedereingliederung eines verunfallten Mitarbeiters. „Sie haben Ihrem Mitarbeiter Mut gemacht und Motivation gegeben, sich auf den Weg zurück ins Leben zu machen“, so Kürschner bei der Preisverleihung, die im Rahmen der Vertreterversammlung am 4. Juli 2018 in Düsseldorf stattfand.

Der 1. Platz des Reha-Preises für vorbildliche Wiedereingliederung der BG RCI wurde am 4. Juli 2018 an die Fa. F. W. Feldges aus Viersen verliehen (v.l.n.r.): Thomas Köhler, Sprecher der Geschäftsführung der BG RCI, Christina Admiral, Ehefrau des Versicherten, Wolfgang Isenberg, Sachgebietsleiter Teilhabe/Reha-Management, BG RCI, Bezirksdirektion Köln, Dr. Ulf Kürschner, Vorstandsmitglied und Vorsitzender des Reha- und Berufskrankheitenausschusses der BG RCI, die Preisträger Friedhelm und Maria Feldges, Unternehmer, Nico Admiral, Sohn des Versicherten, Andree Admiral, Versicherter. Foto: obs/Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI)/BG RCI/Mourad ben Rhouma“

Bei einem Verkehrsunfall auf dem Heimweg von der Arbeit hatte sich der Mitarbeiter, der als Polsterer bei der Firma Feldges arbeitet, schwere Becken- und Knieverletzungen zugezogen. Da er als Polsterer schwer heben und tragen sowie meist stehen muss, war zunächst offen, ob er seine bisherige Tätigkeit nach Krankenhausaufenthalt und Rehabilitation wieder würde aufnehmen können. Zumal die Schwere der Verletzungen eine Wiedereingliederung erst ein halbes Jahr nach dem Unfall erlaubte. Für das Ehepaar Feldges war aber von Anfang an klar, dass sie den Mitarbeiter auf jeden Fall, auch bei möglicherweise verminderter Leistungsfähigkeit, weiterbeschäftigen würde! Das wirkte auf das Heilverfahren überaus motivationsfördernd. Sein Arbeitsplatz wurde mit einem speziell für ihn angefertigten elektrischen Hubtisch und einer Stehhilfe ausgestattet. Zudem wurde er durch organisatorische Maßnahmen von besonders schwerer körperlicher Tätigkeit entlastet. Mittlerweile ist der Mitarbeiter wieder in Vollzeit tätig.

Der mit 3.000 Euro dotierte 2. Platz des Reha-Preises 2018 ging an die Firma PVP Triptis in Thüringen, ein Unternehmen für die Herstellung von Produkten aus Gummigranulaten. Hier war ein Mitarbeiter mit dem Arm in eine laufende Schälanlage geraten und hatte sich dabei schwere Quetschverletzungen am rechten Unterarm zugezogen, die zu einer Mittelhandamputation und anschließender Prothese führten. Der Versicherte übt nun eine Lagertätigkeit aus, zu der PC-Arbeiten, aber auch Tätigkeiten im Außenbereich gehören. Ein Lader wurde eigens für ihn auf Linkshandbetrieb umgerüstet, für Tätigkeiten im Außenbereich nutzt er einen elektrisch beheizbaren Spezialhandschuh, um den Arm vor Kälte zu schützen.

Die Bayernoil Raffineriegesellschaft mbH, Neustadt, wurde mit dem mit 1.000 Euro dotierten 3. Platz des Reha-Preises ausgezeichnet. Das Unternehmen hatte sich in besonderer Weise für einen jungen Chemikanten eingesetzt, der nach einem schweren Schädel-Hirn-Trauma aufgrund eines Wegeunfalls nicht wieder an seinen früheren Arbeitsplatz im Schichtdienst in der Produktion zurückkehren konnte. Nach einer mehr als zweijährigen Arbeitsunfähigkeit einschließlich umfangreicher Rehabilitationsmaßnahmen, die durch die BG RCI gefördert und getragen wurden, kehrte der Mitarbeiter zunächst für eine Arbeitserprobung in das Unternehmen zurück. Diese verlief erfolgreich und der Mitarbeiter ist nun wieder in Teilzeit an einem auf seine persönliche und gesundheitliche Situation angepassten Arbeitsplatz tätig.

Der Reha-Preis der BG RCI

Nach einem Arbeitsunfall oder nach Anerkennung einer Berufskrankheit ist für die Betroffenen neben der medizinischen Versorgung die Wiederaufnahme der bisherigen oder einer anderen geeigneten Tätigkeit sowie die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben außerordentlich wichtig. Der Genesungsprozess wird dadurch entscheidend beeinflusst. Die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) würdigt daher mit dem Reha-Preis künftig jährlich das Engagement von Unternehmen, die sich in besonderem Maße für die Wiedereingliederung verletzter oder erkrankter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdient gemacht haben.

 

 

 

 

 

hfs/re/ots/obs/Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI)/tt