Führender E-Zigaretten Forscher diskutiert mit Bundestagsabgeordneten und Branchenverband BfTG

E-Zigaretten sind weniger schädlich als Tabakzigaretten – das war Konsens auf einer Veranstaltung vom Newsportal eGarage am Montag in Berlin mit dem drogenpolitischem Sprecher der Linken Niema Movassat und den Bundesgesundheitsausschussmitgliedern Dr. Wieland Schinnenburg (FDP) sowie Alexander Krauß (CDU).

Hajek, Professor für Klinische Psychologie und Tabaksucht-Experte an der Londoner Queen Mary University, sprach bei seiner Präsentation von „guten Nachrichten“ aus Großbritannien. Laut den jüngsten Erhebungen gebe es unter den dortigen Rauchern 2,9 Millionen E-Zigaretten Nutzer, so genannte Dampfer, von denen 1,5 Millionen sogar ausschließlich auf die elektronische Zigarette umgestiegen seien. Die E-Zigarette werde genutzt, um mit dem Rauchen ganz aufzuhören. Hajek und die staatliche britische Gesundheitsorganisationen schätzen die gesundheitlichen Gefahren des Dampfens im Vergleich zum Rauchen mindestens 95 Prozent geringer ein. Das Krebsrisiko der E-Zigarette liege in Relation bei nur 0,5 Prozent, beim Dampfen würden über 4000 weniger Schadstoffe inhaliert werden.

Hajek gab zudem einen Einblick, wie stark die Auswirkungen von Regulierung sind. Snus, der skandinavische Kautabak, sei ebenfalls eine alternative für abhängige Raucher. Schweden und Norwegen, die beiden Länder, in denen Snus erlaubt ist, hätten einen besonders drastischen Rückgang der Raucherquoten verzeichnet, in Schweden auf zuletzt fünf Prozent. „Snus hat das Rauchen quasi ausgerottet“, sagte Hajek. Die E-Zigarette könne einen ähnlichen Beitrag leisten, wenn sie nicht zu strengen Gesetzen unterliege.

Führender E-Zigaretten Forscher diskutiert mit Bundestagsabgeordneten und Branchenverband BfTG / Prof. Peter Hajek. eGarage Insight: Politik fragt Wirtschaft und Wissenschaft mit dem BfTG.

In der anschließenden Diskussion mit drei Bundestagsabgeordneten und Dustin Dahlmann, dem Vorstandsvorsitzenden des BfTG, gab es Zustimmung, aber auch kritische Stimmen der Politik. „Nach allem, was Sie berichtet haben, nach allem, was ich vorher gelesen habe, ist es so, dass Elektro-Zigaretten auch Schaden anrichten, aber deutlich weniger als klassische Zigaretten. Und da gibt es aus meiner Sicht keinen Grund, gegen die vorzugehen“, sagte der FDP-Gesundheitspolitiker Dr. Wieland Schinnenburg, der die Partei im Gesundheitsausschuss vertritt. Er sprach sich allerdings dafür aus, E-Zigaretten möglicherweise stärker zu besteuern. „Genussmittel“ könnten höher belastet werden als andere Konsumgüter.

Niema Movassat, der drogenpolitische Sprecher der Linken im Bundestag, sagte, die E-Zigarette werde hauptsächlich zur Entwöhnung, nicht zum Einstieg genutzt. „Diese Gefahr ist nicht so groß.“ Auch wenn Harm Reduction, also Schadensreduzierung durch E-Zigaretten, positiv sei, müsse das Ziel weiter lauten: „Weg vom Nikotin.“ Alexander Krauß, Mitglied im Gesundheitsausschuss für die CDU, sprach bei der Regulierung der E-Zigarette von einer „Gratwanderung“. Auf der einen Seite gelte: „Wenn jemand nicht raucht, dann ist das gut“. Auf der anderen Seite bestehe die Gefahr, dass Nichtraucher und insbesondere Jugendliche die E-Zigarette als Einstieg nutzen könnten. Krauß sagte: „Wenn mich ein Raucher fragen würden: ‚Ist die E-Zigarette gut?‘, dann würde ich ihm sagen: ‚Bitte, nimm diese E-Zigarette.‘ Wenn mich ein Jugendlicher fragen würde, der ist 16 Jahre alt, dann würde ich ihm sagen: ‚Lass bitte die Finger von der E- Zigarette, weil sie eben auch nicht gerade gesundheitsfördernd ist. Sondern auch in einer gewissen Weise Deine Gesundheit beeinträchtigt.'“

Hajek betonte allerdings, dass es bislang keine Hinweise gebe, dass Jugendliche Nicht-Raucher mit dem regelmäßigen Dampfen anfingen. Tabak-Zigaretten seien ein Gateway zur weniger schädlichen E-Zigarette, nicht anders herum. Dustin Dahlmann vom BfTG betont den bewussten Umgang mit der E-Zigarette: die E-Zigarette sei „beratungsintensiv“ und der von der Tabakindustrie unabhängige Fachhandel die erste Anlaufstelle gerade für den Raucher, der auf die E-Zigarette umsteigen wolle. Jedoch sei die Skepsis in der deutschen Politik sehr ausgeprägt, obwohl Skandinavien und Großbritannien zeigen, wie viel Alternativen zur Tabakzigarette zum Rauch-Stopp beitragen. „Politik und Öffentlichkeit brauchen hier mehr Informationen, die über den nationalen Tellerrand hinausgehen. Als tabakbranchen unabhängiger Verband werden wir den Dialog zwischen Branche und Politik zum Thema E-Zigarette weiter intensivieren, um wissenschaftlich validiert zu diskutieren, welche Regulierungen sinnvoll sind, und welche nicht.“

Über das BfTG

Das Bündnis für Tabakfreien Genuss e.V. (BfTG) vertritt seit 2015 kleine und mittelständische Unternehmen der deutschen E-Zigaretten-Branche. Es agiert absolut unabhängig von der Tabakindustrie und setzt sich für einen sachlichen Dialog zu notwendigen Regulierungen sowie dem gesundheits- und wirtschaftspolitischen Potenzial der E-Zigarette ein. Zu den Mitgliedern zählen namhafte Liquid- und Hardwarehersteller sowie Groß- und Einzelhändler aus ganz Deutschland.

 

 

 

 

hfs/re/ots/obs/Bündnis für Tabakfreien Genuss (BfTG) e.V./tt